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Land unter

Die Malediven werden in den kommenden zwei Jahrzehnten vermutlich vom Indischen Ozean verschluckt, mindestens aber unbewohnbar gemacht werden. Die meisten der Eilande jener Inselgruppe ragt kaum mehr denn ein Meter aus dem Wasser; die meisten Prognosen aber gehen davon aus, daß der Meeresspiegel in jener Region um anderthalb Meter ansteigen wird. Die Regierung der Malediven hat sich vorgenommen, im Staatshaushalt Rückstellungen zu bilden, um auf größeren (höheren) Inseln oder dem Festland Land zu kaufen, um eine Exilheimat für die heimische Bevölkerung zu bilden. Einige Malediver wandern jetzt schon nach Sri Lanka oder Indien aus. Laut Medienberichten (ich beziehe mich auf einen Bericht im Weltspiegel, wenn ich mich recht entsinne) will die Regierung der Malediven diese Rückstellungen aus dem Tourismusgeschäft der kommenden Jahre bilden. Das heißt, jeder, der es sich leisten kann, kann einen Beitrag zum überleben der Menschen leisten - und zwar zu einem Überleben der würdigen Art: diese Menschen sind bereit, Land zu kaufen und nicht zu erbetteln.

Wie den Malediven, so wird es vielen Inselstaaten vor allem im Indischen Ozean und im Pazifik ergehen. Ich entsinne mich gegenwärtig leider nicht, wie die Zukunftskonzepte anderer Staaten bzgl. ihrer Zukunft angesichts des drohenden Untergangs aussieht. Letztlich scheint das auf den Malediven gefundene Konzept das einzig realistische zu sein. Zwar kann man auch versuchen, die Eilande künstlich zu erweitern, zu erhöhen oder durch Schutzwälle vor den Gefahren des Untergangs zu bewahren, doch sind diese Lösungen vermutlich nicht so leicht realisierbar, wie die gefundene der maledivischen Regierung - wobei man hier dazu sagen muß, daß es auch für die Malediven nicht einfach sein wird, Land zu finden.

Je nach Verruchtheit jener Staaten, bei denen angefragt wird, sind die Malediver erpressbar. Sie sind dem Wohlwollen der Festlandstaaten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Und so geht es allen Inselstaaten.

Ich bin der Meinung, daß allen voran die sogenannten westlichen Staaten sich selbst verpflichten sollten, jene Klimaflüchtlinge ohne wenn und aber aufzunehmen.

Begründung: durch unser schlechtes Vorbild und jahrzehntelange rücksichtslose Ausbeutung der Natu, haben wir mitunter diese drohenden Katastrophen mindestens mitverursacht. Die Indikatoren, daß der Mensch mitverantwortlich für die Änderungen im Weltklima ist, sind kaum mehr von der Hand zu weisen. Verantwortung heißt auch, daß wir dann, diejenigen schützend aufnehmen, die auf Grund unseres Handelns heimatlos werden.

Wenn ein Staat in einem anderen Staat ein verbrecherisches Regime stützt, sollte gleiches gelten: die Flüchtlinge von dort müssen aufgenommen werden.

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Deutsch-Deutsche Befindlichkeiten

Bezugnehmend auf den SPIEGEL-Artikel “Heimweh nach der Diktatur” von Julia Bornstein in der Ausgabe 27/2009 finde ich es ja einerseits erfreulich, wenn Menschen, die früher vom Goldenen Westen geträumt haben und Bilder/Filme, die ihnen von “drüben” gezeigt wurden, auf denen man Arbeitslose vorm Amt oder Leute im Müll wühlend sah, für reine Propaganda ihres Regimes hielten, mittlerweile soweit ernüchtert sind und merken, daß es im “kapitalistischen” Westen auch nicht viel besser ist.

Gleichzeitig ist es erbärmlich, daß Menschen hüben wie drüben existieren, die sofort einen Sack Sand oder Steine zur Verfügung stellen würden, baute man die Mauer wieder auf. Jene, die der DDR noch 20 Jahre nach ihrem Zusammenbruch nachtrauern, sollten endlich mal sich aufraffen und genug Arsch in der Hose zeigen, sich politisch engagieren oder weiß der Kuckuck was tun, um die Verhältnisse zu ändern, wenn ’s ihnen nicht passt. Wer will, kann ja auch nach Kuba oder Nordkorea auswandern. Ewig gestrige Jammerlappen braucht dieses Land wahrlich nicht.

Und jene Jugend, die keine Ahnung von Tuten und Blasen hat und sich die DDR von ihren Eltern schön reden lässt, sollte besser die Klappe halten: sie ist nicht besser, als jene, die sich das Dritte Reich schön reden lassen.

Wenn man sein Auskommen in der DDR hatte, sich kommod eingerichtet hatte in den Unzulänglichkeiten des Systems - bitte schön. Aber wieso bringt man sich nicht ein, um hiesige eventuelle Mißstände aus dem Weg zu räumen? Jammern bringt nix.

Aber woher kommen diese murrenden Stimmen? Sie kommen daher, weil der Westen, die BRD die DDR einfach eingemeindet hat. Man hat sich von westlicher Seite die Ausdehnung des Einflußgebietes zu einfach gemacht. Jetzt hat man den Salat: mehr oder minder 17 Mio. Deutsche, die sich als Bürger zweiter Klasse fühlen, weil sie in irgendeiner Form Wendeverlierer sind. Früher konnte man auf Grund staatlicher Beschränkungen nicht in alle Welt reisen, heute auf Grund monetärer.

Perfide wird es bei jenen, die der untergehenden DDR per Ausreise über Ungarn oder Prag den Rücken gekehrt haben und nun jammern, sie wollten die DDR zurück. Zu spät, würde ich sagen.

Jammerlappen braucht dieses Land nicht.

Wer meint, die DDR sei ein Paradies gewesen, muß sehr naiv und simpel gestrickt sein.

Bei all dieser Polemik gegen DDR-Jammerlappen: dieser Artikel stellt keine Heiligsprechung der BRD dar.

Die Bundesrepublik ist auch ein Saustall, der gehörig ausgemistet werden muß. Nur wird es an der Zeit, daß die Jammerlappen auch mal registrieren, daß es sehr wohl Unterschiede zwischen den beiden deutschen Staaten gab und gibt.

Wenn die DDR so toll war? Wieso habt Ihr dann die Mauer niedergerissen?

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Ackermanns 25%

Erinnert sich noch einer an den Aufreger des Frühjahrs: Ackermanns Ausgabe / Vorgabe eines Renditeziels von 25 %?In der Berliner Zeitung war dazu neulich (Wochenbeginn) eine Meldung, daß die Commerzbank das entsprechende Renditeziel (nämlich auf das Eigenkapital) in Relation getoppt hat: 37,1 oder so, die Dt. Bank-Tochter Postbank erzielt sogar eine Eigenkapitalrendite von 41 %. Da wirken die von der Dt. Bank erreichten 27 % relativ mickrig und unambitioniert. Allerdings fehlen die Größenordnungen in absoluten Zahlen. Aber das könnte man sicherlich schnell in Erfahrung bringen.

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Begriffe des Menschen

Der Mensch besitzt in seiner Sprache Worte, Wörter und Begriffe für Dinge und Ziele, die er nie erreichen oder nie in ihrer Gesamtheit erfassen kann. (Dieser Satz könnte hier auch im Plural stehen.)

Der Mensch ist nicht im Stande, das Universum komplett zu erfassen (weder mit Meßinstrumenten noch mit dem Verstand).

Der Mensch ist nicht im Stande, das Leben komplett zu erfassen (in seinen Auswüchsen und seiner vielgestalten Form, noch das eigene in den verschiedenen Windungen und Wendungen des jeweiligen Schicksals).

Der Mensch ist nicht im Stande, die Wahrheit komplett zu erfassen (verschiedene Blickwinkel, Ideologien und Indoktrinationen verhindern dieses).

Der Mensch ist nicht im Stande, die Natur komplett zu erfassen (allein die Hindernisse, alle Regionen der Erde erforschen zu wollen, können nicht immer beiseite geräumt werden, und manchmal bekommt der Mensch gar nicht mit, was da wo lebt, existiert und unwiderbringlich ausstirbt).

Der Mensch ist nicht im Stande, die Ewigkeit zu erfassen (unsere Lebensspanne ist dafür zu kurz).

Der Mensch ist nicht im Stande, Gott zu erfassen (wenn es ihn gibt, so ist er vermutlich das größte Mysterium und jegliche Interpretation seines Willens muß per definitionem Anmaßung sein).

Der Mensch ist nicht im Stande, Perfektion zu erreichen (sehr philosophisch, aber was ist Perfektion, sie ist die Vollkommenheit und die ist wohl für unsereins nicht gedacht).

Der Mensch ist nicht im Stande, Sachlichkeit herzustellen (die Objektivität, die in vielen Debatten gefordert wird, kann, wie alles unerreichbare nur näherungsweise erreicht werden, Mathematiker verstehen).

42.

Im übrigen bin ich der Meinung, daß der Mensch sich dennoch darum bemühen sollte, das eine oder andere zu erreichen: mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit für alle Erdenbürger, mehr Liebe, mehr Freundschaft, mehr Freiheit. Der Mensch kann einiges erreichen, wenn er aufhört, sich selbst im Weg zu stehen.

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Was ist Zensur?

Der Duden (Fremdwörterbuch, Band 5) definiert / beschreibt Zensur wie folgt:

“Zen|sur die;  -, -en: 1. Amt des Zensors (1). 2. von zuständiger, bes. staatlicher Stelle vorgenommene Kontrolle, Überprüfung von Briefen, Druckwerken, Filmen o. Ä. 3. a) kirchliche Prüfung religiöser Literatur von katholischen Verfassern; b) (kath. Kirchenrecht) Verwerfung einer theologischen Lehrmeinung. 4. Note, Bewertung einer Leistung”

© Duden 5, Das Fremdwörterbuch.  7. Aufl. Mannheim 2001. [CD-ROM].

Der Brockhaus in Text und Bild Edition 2002:

“Zensur,
die Überwachung von Meinungsäußerungen (z.B. in Presse, Film, Hörfunk, Fernsehen, Literatur, Kunst, Theater) durch die in einem politischen Machtbereich herrschende Klasse, Partei oder Staatsführung, um nicht konforme oder unkontrollierte Meinungsbildung in der Bevölkerung zu verhindern beziehungsweise die Meinung der Bürger in einseitiger Weise zu beeinflussen. In totalitären oder autoritär regierten Staaten ist Zensur ein Mittel der Unterdrückung.”
© 2002 Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG

Das Grundgesetz äußert sich folgendermaßen in Art. 5:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. 

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre. 

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.”

Die in Abs. 2 beschriebenen Schranken finden sich also im Jugendschutzgesetz, sowie im Strafgesetzbuch.

D.h. im Klartext, das Grundgesetz widerspricht sich selbst, wenn es in Abs. 1 behauptet, eine Zensur fände nicht statt. Andererseits ist der Widerspruch nicht totalitär. Er beschränkt sich auf einige Ausnahmen. Tatsächlich gibt es ja generell auch keinen Grund, das Recht auf persönliche Ehre zu verletzen, den Schutz der Jugend oder ihre Schützendwürdigkeit in Frage zu stellen.

(Neo- und Alt-)Nazis stören sich ja gern an den Strafgesetzbuchbestimmungen zur sogenannten Volksverhetzung, zum Verwenden von Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen etc., kurzum an der Wehrhaftigkeit der bundesdeutschen Demokratie. Auch diese Bestimmungen stellen eine Art von Zensur dar - eine Zensur allerdings, mit der ICH leben kann.

Die Piratenpartei und über 130000 Unterzeichner einer Petition (darunter ich) haben erreicht, daß das von Familienministerin Ursula von der Leyen (”Zensursula”) initierte Gesetz zur Sperrung von Kinderpornographienetzseiten, befristet und sehr freiheitlich gestaltet wurde (ohne Strafverfolgungscharakter für Nutzer, die versuchen, gewisse Seiten zu erreichen). Jene Unterzeichner sind der (mehrheitlichen) Meinung, daß eine staatliche Zensur auf diesem Wege, das falsche Mittel ist, um Kinder und Jugendliche vor sexueller Ausbeutung zu schützen.

Die Zensur in Deutschland ist - wo sie stattfindet - immer eine Gradwanderung zwischen kollidierenden Freiheitsgarantien, die das Grundgesetz einklagbar (!) vorsieht.

Deswegen gibt es mitunter einen Verfassungsschutz des Bundes und 16 weitere Ländergeheimdienste, die Organisationen beobachten, von denen man meint, sie stellen eine Gefahr für unsere Demokratie dar. Deswegen können mitunter einzelne Publikationen auch verboten werden.

Recht und Rechtsprechung suchen nach Gerechtigkeit in einer Abwägung der Interessen. Manchmal wiegt das Recht des einzelnen schwerer als das von vielen, mal ist es umgekehrt und mal halten sie sich die Waage. Deswegen wird ja jede Justitia mit einer Waage dargestellt. Ihre Blindheit ist aber manchmal erstaunlich und treibt für Otto Normalbürger nicht nachvollziehbare Blüten. Das ist die Unabhängigkeit der Gerichte, die nicht wie in der Weimarer Verfassung ausgehöhlt werden können. Zwar können Justizminister versuchen zu intervenieren, aber kein Minister kann mit 100%iger Sicherheit sagen, daß er Erfolg haben wird.

Und so sieht es also auch mit der Zensur in Deutschland aus. Sie existiert - aber in keiner vergleichbaren Härte, wie bspw. in China, im Iran oder überhaupt in eher weniger demokratischen Staaten. (An anderer Stelle könnte man sich nochmal über DemokratieGedanken machen.)